Hinweis des Herausgebers: blockfunded veröffentlicht diesen Leitfaden als Anbieter simulierter Trading-Evaluierungen. Alle Trades und Dollarbeträge sind hypothetisch. Sie stammen weder von Kunden noch von einem internen Tradingkonto.
Ein Trade schließt mit 600 USD Bruttogewinn. Das Ergebnis lässt sich leicht notieren. Schwieriger ist die Frage, ob die Entscheidung noch zu dem Plan passte, der vor dem Einstieg feststand.
Wer den Abstand zwischen Einstieg und Stop stillschweigend verdreifacht und am Ende trotzdem gewinnt, hat diese Änderung damit nicht rückgängig gemacht. Halte beides fest: den Gewinn und die Abweichung vom ursprünglichen Risikoplan. Eine Auswertung allein anhand der grünen Ergebniszahl lässt den zweiten Punkt weg.
Den Plan vor dem Ergebnis festhalten
Notiere geplanten Einstieg, Stückzahl, Ausstiegsniveau bei ungültiger Idee, geschätzte Kosten und Bedingungen für Änderungen, bevor du die Order absendest. Ergänze Zeitpunkt und Kontokontext. Ein Screenshot oder ein gesonderter Journaleintrag kann diesen Stand sichern. Diese Vorlage setzt nicht voraus, dass eine App automatisch einen unveränderbaren Plan speichert.
Lege zulässige Anpassungen vorher fest. Eine Verringerung der Stückzahl, ein nachgezogener Ausstieg oder eine zusätzliche Position wirken unterschiedlich. Prüfe später, ob eine Änderung einer vorher formulierten Bedingung folgte und wie sie das gemeinsame Kontorisiko verändert hat. Nicht jede Anpassung ist ein Fehler; auch eine unveränderte Order belegt für sich keine gute Entscheidung.
Die CME-Group-Lektion zum Trade-Log empfiehlt, unter anderem Einstiegsgrund, Kursziele, Ein- und Ausstieg sowie Handelszeit festzuhalten. Sie gehört zur Futures-Ausbildung und dient hier als allgemeine Quelle zur Dokumentation. Sie beschreibt nicht die simulierte Ausführung von blockfunded.
600 USD Gewinn bei dreifacher geplanter Stop-Distanz
Das hypothetische Beispiel: zehn Einheiten werden zu je 100 USD gekauft. Der ursprüngliche Stop liegt bei 90 USD. Nach dem Einstieg verschiebt der Trader ihn ohne vorher festgelegte Bedingung auf 70 USD. Später wird die Position zu 160 USD geschlossen.
| Größe | Rechnung | Hypothetischer Betrag |
|---|---|---|
| Ursprünglicher Verlust vom Einstieg bis zum Stop | 10 × (100 USD − 90 USD) | 100 USD |
| Geänderter Verlust vom Einstieg bis zum Stop | 10 × (100 USD − 70 USD) | 300 USD |
| Verhältnis zum ursprünglichen Plan | 300 USD ÷ 100 USD | 3-fach |
| Bruttoergebnis beim späteren Ausstieg | 10 × (160 USD − 100 USD) | +600 USD |
Gebühren, Spread, Slippage und mögliche Kontraktmultiplikatoren sind hier nicht berücksichtigt. Das Beispiel beschreibt eine vereinfachte Position und keinen garantierten Höchstverlust. Beide Stop-Rechnungen verwenden denselben Einstieg als Bezugspunkt. Beginnt eine gesonderte Kontorisikoprüfung dagegen beim aktuellen Eigenkapital, zählt nur der zusätzliche Verlust ab diesem Stand. Bereits enthaltene offene Verluste dürfen nicht nochmals addiert werden.
Gewinn und Planabweichung können gleichzeitig vorliegen. Statt „guter Trade, +600 USD“ wäre ein vollständigerer Eintrag: „Bruttoergebnis +600 USD; Verlust vom Einstieg bis zum Stop von 100 auf 300 USD erhöht; keine vorher festgelegte Anpassungsbedingung.“
Verwende für das Nettoergebnis tatsächlich gebuchte Gebühren. Bewahre die Kostenschätzung aus dem ursprünglichen Plan gesondert auf. Der Leitfaden zu Gebühren, Slippage und offenen Positionen erklärt den Unterschied zwischen Stop-Rechnung und umfassenderer Kontorisikoprüfung.
Entscheidung und Ergebnis getrennt auswerten
Eine Auswertung hält zunächst fest, was geschehen ist: Ausführungen, Größenänderungen, Ausstiege, Gebühren und Netto-P/L. Daneben steht der Vergleich mit dem gesicherten Plan. Fehlende Belege sind weder ein bestandener noch ein durchgefallener Prozesscheck.
| Prüffrage | Aufzubewahrender Beleg |
|---|---|
| Was war vor dem Einstieg geplant? | Zeitpunkt, Einstieg, Größe, Ungültigkeitsniveau und erlaubte Anpassungen |
| Was hat sich tatsächlich geändert? | Order- und Ausführungsdaten, Größen oder Stop-Niveaus vorher und nachher sowie Änderungszeiten |
| Folgte die Änderung dem Plan? | Vorher notierte Bedingung und die damals beobachtete Situation |
| Was blieb nach Kosten übrig? | Ergebnis geschlossener Trades und gebuchte Gebühren, getrennt vom offenen P/L |
| Was lässt sich nicht belegen? | Fehlende Zeitpunkte, nicht verfügbare Kurse oder ein ungesicherter Ursprungsplan |
Prüfe einen Verlusttrade mit denselben Fragen. Ein Verlust kann entstehen, obwohl die dokumentierte Entscheidung dem Plan folgt. Ein Gewinn kann auf eine ungeplante Risikoerhöhung folgen. Keiner dieser Einzelfälle belegt für sich einen positiven Erwartungswert der Strategie.
Diese Vorlage ins Journal übernehmen
- Vor dem Einstieg: Kontokontext, Zeitpunkt, Setup-Bedingung, geplanter Einstieg, Stückzahl, Ungültigkeitsniveau, Kostenschätzung und erlaubte Anpassungen.
- Während des Trades: jede Größen- oder Ausstiegsänderung, Zeitpunkt, damals notierter Grund und Wirkung auf das Risiko.
- Nach dem Schließen: tatsächliche Ausführungen, gebuchte Gebühren, Brutto- und Netto-P/L; noch offene Positionen gesondert erfassen.
- Prozessprüfung: vorher festgelegte Bedingung eingehalten, davon abgewichen oder Belege unzureichend; den zugehörigen Nachweis benennen.
- Nächste Auswertung: eine konkrete Beobachtung für die nächste vergleichbare Gruppe von Trades festlegen, ohne ein Ergebnis zu versprechen.
Schreibe den ursprünglichen Plan nicht nachträglich passend zum Ausgang um. Ergänze stattdessen eine datierte Korrektur oder Auswertung. Eine umfassendere Struktur bietet der Leitfaden zum Tradingjournal in einer Prop-Challenge.
Ein Stop ist ein Planwert und keine garantierte Ausführung
Die FINRA-Erläuterung zu Stop-Orders weist darauf hin, dass in volatilen Wertpapiermärkten der Ausführungskurs vom Stop-Kurs abweichen kann. Die Quelle betrifft Wertpapiere. Ein simuliertes Crypto-Konto hat eine eigene Orderverarbeitung und eigene Regeln. Übertrage Beispiele eines Brokers oder einer Börse nicht ungeprüft auf die Simulation.
Bei blockfunded sind Evaluierungskapital, Orders, Gewinne und Verluste simuliert. Diese Vorlage dient der Bildung. Sie belegt keine Challenge-Konformität und verspricht weder Performance noch einen Ausführungskurs oder Rewards. Maßgeblich bleiben die konkreten Kontoregeln und der tatsächliche Kontostand.
